WSF trauern um Gerhard Kiese

15.02.2026 | Allgemein, Clubhaus, Fußball, Kegeln, Tennis

Gerhard Kiese im Jahr 2022

Er war einer der Großen, einer, der fast sein ganzes Leben mit dem WSF verbrachte. Jetzt ist WSF-Mitglied Gerhard Kiese im Alter von 88 Jahren in einem Plochinger Seniorenheim verstorben.

Nach seiner Flucht aus Schlesien kam Gerhard 1945 erst nach Plochingen, lernte dann seine spätere Frau Nora aus Wernau kennen. 1962  trat er der Sportvereinigung Wernau bei und war mitverantwortlich für die kommende Blütezeit des Wernauer Fußballs. Gerhard zählte zu den absoluten Leistungsträgern, schoss als Mittelstürmer jede Saison zirka 25 Tore und spielte mit der Sportvereinigung ab 1966 in der vierthöchsten Liga.

Nach Ende seiner Karriere als Fußballer gründete er 1974 mit einem Dutzend weiterer Kameraden die WSF-Kegelabteilung. Und als zwei Jahre später die Tennis-Abteilung gegründet wurde, wandte sich Gerhard auch diesem Sport zu. Überaus treu war er nicht nur den Wernauer Sportfreunden, sondern auch seinem Arbeitgeber. Bei Möbel Finkbeiner arbeitete Gerhard mehr als 40 Jahre als Installateur.

Im Anschluss an seine aktive Sportler-Zeit war Gerhard vom WSF-Arbeitsdienst nicht wegzudenken. Jeden Dienstag schaffte er auf der weiträumigen Anlage, fegte, schraubte und hämmerte. Auch zum Clubhaus-Erweiterungsbau 1990 und zum Bau der Tennishalle 1997 gibt es mehrere Fotos, die den fleißigen Gerhard beim Arbeiten zeigen.

Als Witwer zog es Gerhard jeden Tag zum WSF. Nach dem Frühstück fuhr er mit dem Auto von seiner Wohnung in der Ziegelei zum stillgelegten WSF-Biergarten, setzte sich dort in die Sonne (oder in den Schatten) und trank eine Flasche Bier. Dabei blickte er auf den Neckar, wie er an Wernau vorbeizieht und doch immer hierbleibt.

Die Kegler der Wernauer Sportfreunde dürfen nach rund zehn Jahren wieder einen großen Erfolg feiern. Sie haben im Bezirk Mittlerer Neckar in der Bezirksklasse A Süd die Meisterschaft geholt.

Schon vor dem letzten Spiel gegen den SV Mettingen III war Wernau der Titel nicht zu nehmen. Dennoch gingen die Sportfreunde konzentriert ans Werk und siegten 5:1. Alle vier WSF-Kegler zeigten solide Leistungen. Klaus Thon spielte mit 494 Holz am besten, dicht gefolgt von Manfred Schönberger (486) und Michael Thon (485). Uwe Thum warf 462 Kegel um.

Wernau holte die Meisterschaft mit 18:2 Punkten mit großem Abstand vor Sindelfingen VI (12:8) und Mettingen III (11:9). Die Tabelle wird komplettiert von Denkendorf II (10:10), Stuttgart-Kaltental (7:13) und Sindelfingen VII (2:18).

Trotz Meisterschaft ist ein Aufstieg nicht möglich. In der Bezirksklasse A wird mit gemischten Vierer-Mannschaften gespielt, eine höhere Liga ist für diese Konstellation nicht vorgesehen. Normalerweise gehen beim Sportkegeln Sechser-Teams an den Start. Wegen Personalmangels reichte es in den letzten beiden Jahren beim WSF aber nur für eine Vierer-Mannschaft.