Dreister Vorschlag des TSV Wernau

13.06.2025 | Allgemein, Beachvolleyball, Clubhaus, Darts, Fitness + Spiel, Fußball, Kegeln, Tennis, Tischtennis

Die 1. Mannschaft nach dem Abschlussspiel gegen Reichenbach II

Mit einer Niederlage gegen den VfB Reichenbach II haben die Wernauer Sportfreunde die Fußball-Saison in der Kreisliga B, Staffel 2, abgeschlossen. Allerdings gewann der WSF auch einen Preis.

Der WSF schoss gegen Reichenbach drei Tore. Beim ersten wurstelte Enes Sabotic den Ball aus spitzem Winkel ins Netz. Die Vorlage hatte Pino Caliendo geliefert. Danach machte WSF-Torjäger Oli Plescher mit seinem zwölften Saisontreffer das Dutzend voll. Nach einem weiten Abstoß von Pino verlängerte der gegnerische Innenverteidiger den Ball unfreiwillig mit dem Kopf. Oli nahm die Vorlage dankend an und  hämmerte den Ball aus elf Metern per Direktabnahme ins lange Eck.

Beim dritten Tor kam wieder Enes Sabotic zum Zug. Andrii Tabatadze blockte am gegnerischen Strafraum einen Ball, worauf Oli Plescher die Kugel über die Abwehr hinweg zu Enes schlenzte. Im zweiten Versuch schaffte es Enes, den Ball im Tor unterzubringen.

Übrigens haben die Sportfreunde in ihrer Liga den Fairness-Pokal gewonnen. Die ganze Saison gab es gegen den WSF keinen einzigen Feldverweis. Staffelleiter Armin Sigler will den Wernauern noch eine kleine Anerkennung überreichen.

Der TSV Wernau möchte hinter Turnhalle und Clubhaus eine weitere Sporthalle bauen und besitzen. Die Kosten (2,6 Millionen Euro) soll der Steuerzahler übernehmen

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der TSV Wernau fordert von der Stadt Wernau bis zu 2,6 Millionen Euro Steuergeld für den Bau einer Turnhalle und eines Kunstrasenplatzes auf dem Kehlenberg. Dieser „Sondervorschlag“ ist so dreist, dass man vor den Verantwortlichen fast schon den Hut ziehen muss. Die Gründe:

  • All das Gewünschte hätte der TSV Wernau im Zug der geplanten Vereinsfusion haben können. Man war aber nicht bereit, dafür auch nur einen einzigen Buchstaben des Vereinsnamens herzugeben. Jetzt will man dasselbe eben durch die Hintertür haben.
  • Der Vorschlag benachteiligt in eklatanter Weise all die Vereine, die aus eigener Kraft (Immobilien-)Vermögen erschaffen haben. Die Wernauer Sportfreunde haben sich im Lauf der Jahrzehnte zwei vereinseigene Fußballplätze, eine Tennishalle, sechs Tennisplätze, ein Clubhaus mit sechs Kegelbahnen, Umkleide- und Duschräume usw. erarbeitet, ohne ständig bei der Stadt Wernau die Hand aufzuhalten. Der TSV Wernau ist aufgerufen, sich daran ein Beispiel zu nehmen.
  • Der gewünschte Sportstätten-Bau des TSV Wernau enthält nicht einmal eine Co-Finanzierung durch den Verein. Spenden durch Mitglieder? Kredit von der Bank? Fehlanzeige.
  • Schon bei der Diskussion um die sogenannte Sportentwicklung wurde festgestellt, dass der Kehlenberg als Sportgelände langfristig keine Zukunft hat. Gründe: keine Entwicklungsflächen, enge Zufahrt durch ein Wohngebiet, wenig Parkplätze, Sportplätze mit hohem Unterhaltungsaufwand (Hangrutsch). Wenn hier weitere Millionen Steuergeld verbaut werden, dient das sicher nicht Wernaus Jugend, sondern einzig und allein diesem Verein.
  • Sollte die Stadt Wernau dennoch den Bau einer Sporthalle und eines Kunstrasenplatzes auf dem Kehlenberg in Erwägung ziehen, dürfte sie sich vor den Wünschen anderer Vereine (es gibt 100 in Wernau) nicht mehr retten. Selbstverständlich steht dann auch den Wernauer Sportfreunden ein Zuschuss über 2,6 Millionen Euro zum Bau einer kleinen Sporthalle und eines allseits begehrten Kunstrasenplatzes zu.